MQV-Einblicke: Mikro-Photonik für die industrielle Anwendung


Am 11. Februar öffnete die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) ihre Labore und lud interessierte Besucher:innen ein, mehr über die Entwicklung industrietauglicher Bauteile zum Einsatz in modernen Quantentechnologien zu erfahren.

Neuer Name, bewährtes Programm: Die Veranstaltungsreihe „MQV-Einblicke“ geht nach dem sehr erfolgreichen Quantenjubiläumsjahr 2025 mit dem Auftakt an der Ohm vergangene Woche in die nächste Runde – fortan mit dem angepassten Untertitel „Quantenwissenschaften vor Ort erleben“. Und genau dazu waren auch diesmal wieder interessierte Besucher:innen eingeladen. Insbesondere auch ein junges Publikum hörte zunächst gebannt den Vorträgen von Prof. Andreas Stute, Prof. Bernd Braun und Prof. Rainer Engelbrecht zu, bevor es verschiedene Labore vor allem der Arbeitsgruppe „Optische Quantentechnologien“ besichtigen durfte.

Nach einer allgemeinen Einführung in die Quantenphysik, die dem Publikum einen groben Überblick über die Theorie der Quantenmechanik und deren Absonderlichkeiten, Anwendungsbeispiele der ersten Quantenrevolution und Versprechen der zweiten Quantenrevolution – in der Quanteneigenschaften und -zustände gezielt technologisch ausgenutzt werden sollen – verschaffte, wurde konkreter die Quantentechnologieforschung an der Ohm vorgestellt. Analog zur Entwicklung klassischer Computer, wo Transistoren, die vor 100 Jahren noch grobe, klobige Aufbauten waren, heute zu Hundertausenden Platz auf einem Mikrochip finden, sollen auch in den Quantentechnologien komplexe Laboraufbauten so weit miniaturisiert werden, dass kompakte Bauteile daraus entstehen, die tauglich für den industriellen Einsatz sind. An diesem Prozess forschen Wissenschaftler:innen an der Ohm und leisten somit auch einen entscheidenden Beitrag zu einem effektiven Quantentechnologie-Transfer aus der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung. Im Munich Quantum Valley zeigt sich dieser Brückenschlag in der F&E-Professur, die Prof. Andreas Stute an der Ohm inne hat. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik seitens der Wissenschaft und mit dem Start-up planqc auf Industrie-Seite wird genau dieser Transfer geleistet.

Wie die Fertigung von Mikro-Optiken tatsächlich vonstattengeht, konnten die Besucher:innen nach der theoretischen Einführung anschließend bei Laborführungen selbst aus nächster Nähe begutachten. Im von grünem Licht ausgeleuchteten Labor für Optische Quantentechnologien war eindrucksvoll zu sehen, wie viele Laser, Kabel, Linsen, Strahlteiler und andere spezialisierte optische Komponenten eines Versuchsaufbaus in einem kompakten Bauteil Platz finden müssen. Wie das genau funktioniert, interessierte die Gäste sehr, wie die immer weiter ins Detail gehenden Fragen deutlich zeigten.

Wie Quantentechnologien in die Industrie kommen, können alle Interessierten bereits am 26. März bei der nächsten „MQV-Einblicke“-Veranstaltung bei Menlo Systems weiterverfolgen. Infos und Anmeldelink gibt es hier.