MQV-Mitglied Lukas Burgholzer erhält Nachwuchspreis der Bayerischen Hightech-Preise 2026


Zum zweiten Mal wurden vergangenen Donnerstag, 23. Juli 2026, die Hightech-Preise Bayern verliehen. MQV-Mitglied Dr. Lukas Burgholzer wurde mit dem Nachwuchspreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (StMWK) für visionäre Forschung mit Innovationspotential geehrt.

Der Nachwuchspreis des StMWK sorgte für einen echten „Oscar“-Moment im Herkulessaal in der Münchner Residenz. Im Gegensatz zu den vorab bekannten Preisträger:innen des Hightech-Preises des Bayerischen Ministerpräsidenten, dem höchstdotierten Technikpreis in Deutschland, und der Hightech-Absolventenpreise, wurde der Träger des Nachwuchspreises erst am Abend der Preisverleihung durch Wissenschaftsminister Markus Blume bekannt gegeben.

„And the winner is: Lukas Burgholzer von der TUM.  Mit der Entwicklung von Open-Source-Software für Quantencomputer verfolgt er eine begeisternde Vision: Quanten-Computing so zugänglich machen, dass die Technologie im Hintergrund wirkt, aber ihr Potenzial bei allen ankommt und jeder profitiert. Damit passt er perfekt nach Bayern und zum Munich Quantum Valley: dem heißesten Quanten-Projekt der Republik“, gratulierte Wissenschaftsminister Markus Blume. „Für uns im Freistaat ist klar: Fortschritt braucht Förderung – und Menschen wie Lukas Burgholzer und die beiden Nominierten Anna Maria Oberländer und Saskia Schimmel. Sie alle wollen mit Ihrer Forschung den Unterschied machen!“

Quantencomputer gelten als eine der disruptivsten Technologien des 21. Jahrhunderts. Während technologische Giganten und Start-ups weltweit erstaunliche Fortschritte auf der Hardware-Ebene erzielen, droht bei der Software-Entwicklung eine kritische Lücke zu entstehen. Ohne leistungsfähige Entwurfswerkzeuge, Compiler und Verifikationsmethoden laufen wir jedoch Gefahr, leistungsfähige Quantenprozessoren nicht effizient oder korrekt nutzen zu können. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Forschung von Dr. Lukas Burgholzer an. Er überträgt etablierte Techniken der klassischen Entwurfs-Automatisierung (EDA – Electronic Design Automation) auf die Quantenwelt. Ziel ist es, skalierbare, effiziente und vertrauenswürdige Software zu schaffen, die den gesamten „Stack“ (= Struktur aller Komponenten) abdeckt – vom Algorithmus bis zur physischen Maschine. Im Zentrum seiner Forschungsleistung stehen neuartige Datenstrukturen und Algorithmen, die fundamentale Probleme in der klassischen Simulation, Kompilierung und Verifikation von Quantenschaltungen lösen. Darüber hinaus verfolgt Lukas Burgholzer die konsequente Umsetzung aller theoretischen Erkenntnisse in professionelle Open-Source-Software. Das von ihm maßgeblich entwickelte und architektonisch verantwortete Munich Quantum Toolkit (MQT) ist heute eine weltweit etablierte Referenz.

Der mit 30.000 Euro dotierte Nachwuchspreis würdigt visionäre Forschung mit Innovationspotenzial. Kriterien für die Auswahl sind die Qualität der Forschungsleistung, das Innovationspotenzial, die Perspektiven auf eine Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Anwendung sowie die Relevanz und Zukunftsorientierung der Ergebnisse.

Nachricht adaptiert von der Pressemitteilung des StMWK.