Aufgeteilt in zwei Gruppen besuchen die Schülerinnen unter anderem das Chemielabor sowie verschiedene Labore, in denen die Forschenden des WSI ihre Materialproben unter extremen Bedingungen wie sehr hohen Magnetfeldern oder ultrakalten Temperaturen, oder mit Hilfe von Lasern untersuchen. Ein Highlight der Führung ist der Blick in den Reinraum, in dem die Luft nahezu frei ist von unerwünschten Partikeln und in dem die Proben normalerweise hergestellt werden. Als die Mädchen den Reinraum passieren, sind gerade einige Wissenschaftler:innen darin zu Gange und so können die Schülerinnen durch die großen Fenster beobachten, wie diese in voller Montur – ausgestattet mit Reinraumanzug inklusive Kappe, Mundschutz, speziellen Schuhen und Handschuhen – mit Chemikalien hantieren oder ihre Proben unter dem Mikroskop inspizieren.
Nach einer Mittagspause im sonnenbeschienenen Sitzbereich vor dem Institut geht es weiter mit den eigenen Experimenten. Die zuvor vorbereiteten Proben werden nun unter das Mikroskop gelegt und auf der Suche nach einer schönen Graphit-Flocke akribisch abgescannt. Da das Mikroskop mit einem großen Bildschirm verbunden ist, können die Mädchen in Teamarbeit danach Ausschau halten. Für jede Teilnehmerin wird eine schöne Flocke gesucht, fotografiert und ausgedruckt. Den Ausdruck kleben die Mädchen dann, ebenso wie ihre Klebefilm-Streifen, zur Dokumentation in ihr Laborbuch. Eifrig wird gemeinsam überlegt und diskutiert, wie man das, was man gemacht hat, am besten schriftlich festhält. Ab und zu wird sich bei Nina Pettinger und Johannes Schmuck auch nochmal rückversichert, dass man auch wirklich den richtigen Begriff verwendet: „E-x-f-o-l-i-e-r-e-n?“
Zu guter Letzt dürfen die Mädchen noch die Strom-Spannungs-Kennlinie einer Probe messen. Verschiedene Spannungen werden am Messgerät eingestellt, der Strom abgelesen und die Messpunkte fein-säuberlich in das Koordinatensystem eingetragen, das sie auf Millimeterpapier bereits vorgezeichnet und in ihr Laborbuch geklebt haben. Die Messpunkte ergeben eine Gerade. „Das ist ein Ohm‘scher Widerstand!“, stellt eines der Mädchen fest.
Zum Abschluss des Programms erzählen Nina Pettinger und Johannes Schmuck ein bisschen aus ihrem Forschungsalltag. Der bestehe nicht nur aus Laborarbeit. Auch Konferenzen, auf denen man seine Forschung vorstelle und mit anderen Forschenden über spannende Fragen diskutiere, gehöre zur Arbeit einer Wissenschaftlerin dazu. Barcelona, Venedig, Paris – dass man in diesem Zuge auch mal die ein oder andere schöne Stadt zu sehen bekomme, sei ein sehr netter Nebeneffekt dieses wissenschaftlichen Austauschs. Wie denn das Physikstudium so sei, will eines der Mädchen wissen. Eine andere Schülerin sagt, sie interessiere sich vor allem für Elektrotechnik. Mit neuen Einblicken und einem gut gefüllten Laborbuch machen sich die Schülerinnen schließlich wieder auf den Nachhauseweg.