Immanuel Bloch, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und einer der führenden Wissenschaftler des MQV, ist einer der beiden Preisträger des Wolf-Preises für Physik 2026. Die Wolf-Stiftung ehrte Bloch und den US-amerikanischen Physiker Jun Ye, die sich den Preis teilen, „für bahnbrechende, breit anwendbare Fortschritte bei der Kontrolle ultrakalter atomarer Systeme“.
Blochs Forschung hat zu bedeutenden Durchbrüchen bei der Kontrolle einzelner Atome geführt. Heute sind in optischen Gittern gefangene ultrakalte Atome eine leistungsstarke und in hohem Maße kontrollierbare Plattform für die Simulation und Untersuchung komplexer Quantensysteme. Viele physikalische Phänomene, wie beispielsweise chemische Bindungen in großen Molekülen, Magnetismus oder Supraleitung, beinhalten so viele miteinander wechselwirkende Teilchen, dass klassische Computer sie nur in begrenztem Umfang modellieren können. Mithilfe von mit Laserlicht eingefangenen neutralen Atomen können Forschende künstliche Quantensysteme bauen, um diese Phänomene zu simulieren. Dies liefert neue Einblicke in die Struktur von Vielteilchen-Quantenzuständen, legt aber auch die experimentelle Grundlage für Quantencomputer auf Basis neutraler Atome. Nach den Worten der Wolf-Stiftung hat Blochs Arbeit „das Paradigma der Quantensimulation definiert und einen nachhaltigen Einfluss auf die moderne Physik und aufkommende Quantentechnologien ausgeübt“.
Der Wolf-Preis wird seit 1978 an herausragende Forschende und Kunstschaffende verliehen. Die wissenschaftlichen Kategorien sind Physik, Chemie, Medizin, Mathematik und Agrarwissenschaften. Der Preis ist in jedem Fachgebiet mit 100.000 US-Dollar dotiert.