Ignacio Cirac erhält Feynman-Preis


MQV-Mitglied Prof. Ignacio Cirac, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), wurde mit dem ICTP-IBM Richard-Feynman-Preis 2026 in Quantencomputing ausgezeichnet. Am heutigen Dienstag, 21. April, wurde die Auszeichnung im Rahmen einer Preiszeremonie feierlich übergeben.

Ignacio Cirac erhält den Preis für seine bahnbrechenden Beiträge zur Quantenoptik, Quanteninformationswissenschaft, Quanten-Vielteilchentheorie, Theorie der kondensierten Materie und mathematischen Physik. Das ICTP und IBM geben bekannt, dass der Richard-Feynman-Preis für Quantencomputing 2026 an Ignacio Cirac vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in München für seine bahnbrechenden Beiträge zur Quantenoptik, Quanteninformationswissenschaft, Quanten-Vielteilchentheorie, Theorie der kondensierten Materie und mathematischen Physik verliehen wurde. Das Preiskomitee würdigt Ciracs zentrale Rolle bei der Schaffung der theoretischen Grundlagen der Quanteninformationsverarbeitung, einschließlich der Verschränkungstheorie, der Quantensimulation und der Tensor-Netzwerk-Methoden, die sowohl die experimentelle Umsetzung als auch die theoretischen Entwicklungen in der modernen Physik tiefgreifend beeinflusst haben.

Ciracs Ideen haben grundlegende Konzepte der Quantenmechanik in konkrete Vorhaben umgesetzt, die die Quantenwissenschaft geprägt und den Weg für ihre technologischen Anwendungen geebnet haben. Die Intuition, dass Atome und Moleküle als Qubits für das Quantencomputing genutzt werden könnten, veranlasste Cirac und Peter Zoller 1995 dazu, ein Protokoll zur Konstruktion von Quantencomputern unter Verwendung gefangener kalter Ionen zu entwickeln – eine Idee, die bis heute in Experimenten verfolgt wird. Cirac entwickelte zudem einen Ansatz, der das Verständnis von Physiker:innen von Verschränkung verändert hat, indem er zeigte, dass diese Eigenschaft genau quantifiziert, kontrolliert und in Anwendungen genutzt werden kann. Er erkannte, dass Systeme aus vielen Quantenpartikeln als Quantensimulatoren genutzt werden können, um Probleme in der Chemie und Materialwissenschaft zu lösen – derzeit eine der vielversprechendsten kurzfristigen Anwendungen der Quantentechnologie.

Der ICTP-IBM Richard-Feynman-Preis in Quantencomputing wurde gemeinsam vom International Centre for Theoretical Physics (ICTP) und IBM im Jahr 2025 ins Leben gerufen und in diesem Jahr zum erstem Mal verliehen. Der Preis, der zu Ehren des Pioniers der Quantenmechanik Richard Feynman benannt wurde, richtet etablierte Forscher, die bedeutende Beiträge auf dem Gebiet des Quantencomputings geleistet haben. Er soll eine der höchsten Auszeichnungen auf diesem Gebiet darstellen.

Text adaptiert von der ICTP-Bekanntmachung.