MQV-Einblicke: Hochpräzise Laser für Quantentechnologien


Am 26. März lud Menlo Systems im Rahmen der Veranstaltungsreihe „MQV-Einblicke – Quantenwissenschaften vor Ort erleben“ in seine Räumlichkeiten in Martinsried ein. Interessierte Besucher:innen konnten das Unternehmen, das sich auf hochpräzise Laser spezialisiert hat, kennenlernen und die Labore vor Ort besichtigen.

Alle Produkte von Menlo Systems hätten mit Lasern zu tun, fasst es Dr. Michael Mei, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer des 2001 gegründeten Unternehmens zusammen. Ein bunt gemischtes Publikum hat sich in einem Seminarraum am Hauptsitz von Menlo Systems westlich von München versammelt und lauscht gespannt seinen einführenden Worten. Was hat Licht für wichtige Eigenschaften? Was genau sind eigentlich Laser? Und was hat das alles mit Quantentechnologien zu tun? All diese Fragen führten schnell zum sogenannten Frequenzkamm – einem Gerät, mit dem die Frequenz elektromagnetischer Strahlung, also zum Beispiel Licht,  sehr präzise gemessen werden kann. Die Technologie wurde am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) entwickelt und bekam im Jahr 2005 den Nobelpreis für Physik verliehen. Menlo Systems ist eine Ausgründung aus dem MPQ und der Frequenzkamm ihr wichtigstes Produkt.

Für Quantencomputer, die auf Neutralatomen basieren, müssen Atome eingefangen, gekühlt und manipuliert werden, dafür benutzen Forschende Laser unterschiedlicher Farben, also unterschiedlicher Frequenzen. Von großer Bedeutung ist dabei eine sehr hohe Genauigkeit und Stabilität aller Laser – dafür sorgt der Frequenzkamm. Auf einem Bild aus dem MPQ-Labor aus dem Jahr 2000, das Mei in seinem Vortrag zeigte, war ein Frequenzkamm zu sehen, der den gesamten Raum ausfüllte. Die Produkte, die Menlo Systems heute produziert, haben eine deutlich handlichere Größe und passen in eine Rackschublade. Diese Lasersysteme kommen in Quantentechnologien verschiedener zum Einsatz. 

Nach der theoretischen Einführung  bekamen die Besucher:innen die seltene Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen, in denen die optischen Frequenzkämme hergestellt werden. Diese befinden sich im Untergeschoss, da der Keller besser vor störenden Vibrationen, wie etwa durch vorbeifahrende LKWs, geschützt ist. An einer weiteren Station ging es um optische Atomuhren – auch dabei sind Frequenzkämme, die die Frequenz des Laserlichts stabilisieren von Bedeutung. Die letzte Station zeigte verschiedene fertige Produkte von Menlo Systems. Die zahlreichen verbliebenen Fragen der Gäste beantworteten Mitarbeitende in einer abschließenden geselligen Runde bei Getränken und Häppchen.