Mit 30 Gästen ist jeder Platz bei der Veranstaltung „Quantenoptik trifft Mikroskopie“ vergeben, zu der das Start-up Qilibri und MQV gemeinsam eingeladen haben. „Die Art und Weise wie wir Absorptionsmikroskopie denken ist folgende: Wir nutzen keine Objektive und Linsen, wir nutzen Spiegel“, betont Jonathan Noé, Geschäftsführer und einer der Gründer der Qlibri GmbH zu Beginn seines einführenden Vortrags. Das 2022 gegründete Start-up, ein Spin-off des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik und der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist Spezialist für maßgeschneiderte optische Mikroresonatoren und nutzt diese unter anderem zur Herstellung ultrasensitiver Mikroskope.
Optische Mikroresonatoren bestehen in der Regel aus zwei hochreflektierenden Spiegeln, die Licht in einem sehr kleinen Volumen einschließen. Sie sind ein essenzielles Werkzeug in allen Forschungsbereichen und Anwendungen, in denen es darum geht, Licht und Materie effizient miteinander wechselwirken zu lassen. Da das Licht sehr oft zwischen den beiden Spiegel hin und her reflektiert, wird es in gewisser Weise gezwungen, mit einem Material, das sich zwischen den Spiegeln befindet, zu interagieren. Auch in den Quantentechnologien spiele das eine zentrale Rolle, führt Noé in seinem Vortrag aus und nennt als Beispiel unter anderem die Quantenkommunikation. Diese erfordert, dass Information, die in einem Quantensystem, beispielsweise in einem einzelnen Atom gespeichert ist, auf ein Lichtteilchen übertragen wird, welches die Information dann über Glasfaser oder Satellitenlinks zwischen verschiedenen, weit entfernten Stationen übertragen kann.
Dass sich das zu untersuchende Objekt zwischen den Spiegeln eines optischen Mikroresonators befindet, ist auch der Ansatz für Qlibris ultrasensitive Absorptionsmikroskope. Die klassische Lichtmikroskopie scheitere daran, Strukturen von sehr kleinen und dünnen Objekten erkennbar zu machen, da diese kein oder nicht ausreichend Licht absorbierten, erklärt Noé. Mit Qlibris Mikroskopen können hingegen Objekte wie Nanopartikel, sehr dünne Materialfilme oder einzelne Moleküle betrachten werden, da die Wechselwirkung zwischen Licht und Objekt durch den Einschluss im Resonator extrem verstärkt wird.