MQV-Einblicke: Coole Kabel – Wie man ultrakalte Qubits mit der Außenwelt verbindet


Am Dienstag öffnete das Fraunhofer-Institut für Elektronische Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „MQV-Einblicke – Quantenwissenschaften vor Ort erleben“ seine Türen. Am EMFT erfuhren die Besucher:innen in einem Vortrag, woran am Institut geforscht wird, und konnten die Technik anschließend im Kryolabor aus nächster Nähe erleben.

 

Supraleitende Quantencomputer sind im wahrsten Sinne des Wortes cool: Ihre Recheneinheiten, die sogenannten Qubits, funktionieren erst bei Temperaturen von rund -273 Grad Celsius, also knapp über dem absoluten Nullpunkt. In ihrem Vortrag gaben Daniela Zahn und Elias Meltzer spannende Einblicke in die Forschungsarbeit im Millikelvin-Bereich. Sie erklärten, wie Quantencomputer funktionieren, warum supraleitende Quantencomputer diese niedrigen Temperaturen benötigen und wie Signale zu und von den Quantenprozessoren im Inneren der Kryostate gelangen.

Im Mittelpunkt stand eine der vielversprechendsten Entwicklungen des Fraunhofer EMFT: folienbasierte supraleitende Kabel zum Ansteuern und Auslesen von Qubits. Die flexiblen Kabel schaffen mehr Platz im Inneren des Kryostaten und reduzieren gleichzeitig den Wärmeeintrag. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Quantencomputer mit immer mehr Qubits auszustatten, denn praktisch nutzbare, fehlertolerante Quantencomputer werden erst mit einer sehr großen Zahl zuverlässig steuerbarer Qubits möglich.

Nach dem Vortrag ging es in kleinen Gruppen ins Kryolabor sowie in Flex-Labor. Daniela Zahn und Martijn Goedbloed gaben Einblicke in die Arbeit vor Ort und beantworteten zahlreiche Fragen der äußerst interessierten Teilnehmenden.

Weitere Informationen:

Alle Veranstaltungen der „MQV-Einblicke“-Reihe mit Links zur Anmeldung finden Sie hier: https://www.munich-quantum-valley.de/de/bildung/oeffentlichkeitsarbeit/mqv-einblicke