Quantencomputing – von der Forschung in die Praxis


Am 14. April 2026 lud die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in Kooperation mit dem Munich Quantum Valley (MQV) zu einer Fokusveranstaltung zum Thema Quantencomputing in das Bayerische Haus der Wirtschaft ein. Vertreter:innen aus Politik, Forschung und Industrie beleuchteten die Grundlagen des Quantencomputing aus verschiedenen Perspektiven und betonten die Stärke des Standorts Bayern bei dieser entscheidenden Zukunftstechnologie.

„Die bayerische Wirtschaft blickt zuversichtlich auf das Thema Quantencomputing“ – mit diesen optimistischen Worten eröffnet Bertram Bossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, die Kooperationsveranstaltung „Quantencomputing – von der Forschung in die Praxis“ am Dienstagnachmittag. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betont in seinem Grußwort die Stärke des Forschungsstandorts Bayern in den Quantenwissenschaften und bekräftigte das bayerische Selbstbewusstsein in diesem Bereich: „Wir sind hier in der Welt führend mit dabei“, so der Staatsminister, bei Forschungsertrag stehe Deutschland im internationalen Vergleich an der Spitze, bei Patentanmeldungen auf Platz 5. Entscheidend sei es, diesen Wissensvorsprung jetzt auch in industrielle Anwendungen zu übersetzen. „Wir müssen alles tun, um die Technologieführerschaft zu behalten“, unterstreicht Blume auch die politische Relevanz, „wir haben die klügsten Köpfe hier auf engstem Raum zusammen. Das ist die kritische Masse, wo künftig die ganz spannenden Dinge passieren.“

Insbesondere das Ökosystem aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Start-ups und klassischen Unternehmen, welches das Munich Quantum Valley im Rahmen der Hightech Agenda Bayern aufgebaut hat, hebt er hervor als „Ökosystem im besten Sinne des Wortes“, in dem viele Stakeholder gemeinsam an der großen Vision Quantencomputing arbeiten und das weiter ausgebaut werden soll. Wichtig sei dabei auch immer, die Möglichkeit der Skalierung mitzudenken, um mit dem Quantencomputing auch wirtschaftliche Erfolge umzusetzen. „Ich erhoffe mir einiges an Quantenboost“, so der Staatsminister, das Beherrschen der Technologie werde künftig eine große Rolle spielen bei der Verteilung von Wohlstand. Nicht jeder müsse dafür Quantencomputer in der Tiefe verstehen, aber alle sollten sich auf Anwendungen der Technologie einlassen: „Das ist unsere Pflicht.“

Dass die Wirtschaft früh anfangen sollte, sich zu informieren, ist auch die Kernaussage von Prof. Robert Wille, der die schwierige Aufgabe zu meistern hat, die Grundlagen von Quantencomputing in nur 15 Minuten zu erklären. Am Ende sei seitens Anwender:innen vor allem eines relevant: Potentiale müssen erkannt werden. In drei Kurzvorträgen von Infineon, IQM Quantum Computers und BMW zeigen im Anschluss Vertreter der Industrie Best-Practice-Beispiele, wie Quantencomputing schon heute in Unternehmen mitgedacht und vorangetrieben werden kann. 

Die Verbindung von exzellenter Forschung und ihrer industriellen Umsetzung ist es auch, die im besonderen Fokus der 2025 gegründeten MQV gGmbH steht. „Wir wollen Sie an die Quantenrechner lassen“, wendet sich Julia Rucha, Co-Geschäftsführerin der MQV gGmbH direkt an die Industrievertreter:innen im Publikum. „Wir liefern die Infrastruktur, wir bieten Zugriff auf Quantensysteme und wir begleiten von Anfang an bei der Frage: Ist das Thema, das ich bediene eines, das auf dem Quantencomputer Sinn macht?“. Mit dem ‚MQV Quantum Pathway‘-Programm bietet das MQV genau die zentrale erste Anlaufstelle für industrielle Anwender, nach der auch in der abschließenden Diskussionsrunde gefragt wird.